Blutegeltherapie
Die Blutegeltherapie gehört in der Naturheilkunde zu den ausleitenden Verfahren
und geht auf die
Säftelehre (Humoralpathologie) zurück. Das heißt sie basiert auf
ein fehlerhaftes „Säfteverhältnis“,
als Ursache für viele Beschwerden in Frage
kommend.
Die Blutegeltherapie gehört zu den ältesten Heilmethoden überhaupt. Die ersten
Schilderungen gehen bereits auf das Jahr um 1500 v. Chr. zurück. Sie war immer
fester Bestandteil der ärztlichen Therapie bis zu den Anfängen einer sich
wissenschaftlich begründeten Medizin.
Die Menschen übertrieben die Anwendung maßlos und setzten bei einer Behandlung
bis zu 80 Egel an, teilweise mit tödlichen Folgen für die Patienten. Nachblutungen
wurden nicht einkalkuliert und der Patient verblutete. Aber auch die zunehmende
Umweltverschmutzung durch die Industrialisierung setzte der Blutegeltherapie zu,
sie verschwand langsam von der Bildfläche. Erst in den 80er Jahren des vorigen
Jahrhunderts wurden die Blutegel wieder populärer.
Blutegel können unter anderem bei venösen Stauungen und Venenentzündungen,
bei Arthrose oder Muskelverspannungen und Myalgien zum Einsatz kommen. Aber
auch in der Schulmedizin werden sie immer populärer.
Im Vordergrund der Blutegelbehandlung steht die gerinnungshemmende Wirkung.
Von den Wirkstoffen des Speichelsekrets des Blutegels seien an dieser Stelle die
wichtigsten genannt: In erster Linie handelt es sich dabei um das
gerinnungshemmende Hirudin, die entzündungshemmenden Bdelline und Egline,
die antibiotische und gewebelockernde Hyaluronidase und das Calin
(bewirkt die 12-stündige Nachblutungszeit).
Eine weitere wichtige Wirkung des Blutegels ist die Beschleunigung des
Lymphstroms. Neben Blut tritt auch Lymphflüssigkeit aus der Ansatzstelle und
schafft somit Raum zum Nachfließen neuer, frischer Lymphe. Ablagerungen,
welche im Gewebe den Lymphfluß behindern, werden ausgeschieden, so
dass gestaute Lymphe und gestautes Blut abfließen können.
Ich verwende in meiner Praxis ausschließlich Blutegel, die nur für den
medizinischen und einmaligen Gebrauch gezüchtet werden.
Hinweis für den Patienten vor Behandlung:
Der Patient sollte am Tag vor der Behandlung auf Salben, Duschgels, Lotionen,
etc. an den entsprechenden Hautpartien, auf die der Blutegel aufgesetzt werden soll,
verzichten.
Die Blutegel werden von mir, mit Hilfe eines Reagenzglases und eines Holzspatels,
an den entsprechenden Hautpartien platziert. Ich verwende zwischen 2 und max.
10 Blutegel pro Sitzung. Die Saugzeit der Egel kann zwischen 30 – 120 min liegen.
Am Ende des Saugens fällt der Blutegel von alleine ab.
Drei bis zwölf Stunden dauert etwa das Nachbluten, aber auch 24 Stunden können
noch als normal bezeichnet werden. Direkt nach dem Abfallen der Egel werden die
Bisswunden vorerst für ca. 15-20 min. provisorisch versorgt, um das Ausmaß des
Nachblutens besser einschätzen zu können. Erst dann wird die Wunde von mir
endgültig steril versorgt.
Hinweise für meine Patienten nach der Behandlung:
Ich möchte Sie bitten, bis zum spontanen Einsetzen der Blutstillung,
auf stärkere körperliche Aktivitäten zu verzichten. Weiter möchte ich Sie um
eine vermehrte Flüssigkeitsaufnahme bitten. Denn es kann durch die gesteigerte
Anregung des Lymphflusses zu einer gesteigerten Wasserausscheidung kommen
und der Blutdruck durch die Nachblutung etwas niedriger als vor der Behandlung
sein.
Haben Sie weitere Fragen zur Blutegeltherapie, dann stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung.
Simone Heller